Groupon, der Onlinemarktschreier



Groupon-Chart von finanzen.net

 

Die Mutter aller Daily Deals Seiten ist nun an der Börse.
Ich kann nicht behaupten, dass ich ein Fan von Groupon bin.
Das ganze Thema Daily Deals habe ich immer sehr kritisch gesehen, vorallem bei Groupon.

Um die Thematik von Groupon zu verstehen, muss man sich erstmal das Geschäftsmodell von Groupon anschauen.

Wie also funktioniert das Geschäftsmodell von Groupon?

Meist Kleinunternehmer melden sich bei Groupon oder werden angeworben.
Sie einigen sich auf einen Preis, der sich prozentual vom sonst angebotenen Preis unterscheidet.

Nehmen wir also ein Restaurant als Beispiel, da viele Restaurants Groupon nutzen.

Das Restaurant bietet einen Brunch am Sonntag für 50€ pro Person an.
Um mehr Kunden anzulocken, geht das Restaurant zu Groupon und bietet den Bruch am Sonntag für 25€ pro Person an.
Was einer Ersparnis von 50%, ausgehend vom Normalpreis, entspricht.

Das Restaurant legt fest, wie viele Groupons verkauft werden müssen, damit der Deal zustande kommt.
Die Zahl der Groupons spiegelt also die Anzahl der Kunden später wieder, die für 50% des normalen Preises brunchen werden.

Groupon lässt sich diesen Service durchaus etwas kosten. Sie nehmen 50% des Preises für den Groupon.

In unserem Beispiel wären dies 12,50€ pro Kunde.
Für das Restaurant bleiben also ebenfalls 12,50€ pro Kunde übrig,
von denen sie dann alle Kosten decken müssen.

Ist das jetzt ein guter Deal oder nicht?!

Das ist eine sehr gute Frage

Die Rice University aus den USA schrieb dieses Jahr eine Studie über Daily Deal Seiten

Ergebnis:

55% gaben an Gewinn gemacht zu haben
26.6% gaben an Geld verloren zu haben
17.9% lösten die erstanden Groupons überhaupt nicht ein

80% der Grouponkäufer waren neue Kunden

Soweit so gut

20% kamen zurück um den gleichen Dienst/Service zum vollen Preis wahrzunehmen.

Hier sehe ich ein Problem.
Neukundenakquise kann unter Umständen sehr teuer sein, die besten Kunden sind die Kunden die immer wieder kommen,
da ich sie günstig werben kann. Hier verfehlt meines Erachtens nach Groupon seine Wirkung, der Kunde wird auf ein
günstiges einmaliges Angebot getrimmt.

Sicherlich die 20% sind immerhin etwas, jedoch sollte man die Kosten genau durchrechnen,
ob es sich für einen lohnt oder nicht.

Bei den Restaurants waren es 43.6% die einen Gewinn machten.

70% in der Gesundheitsbranche machten einen Gewinn, da hier die Margen höher sind.
Wie hoch der Gewinn durchschnittlich war für die jeweiligen Branchen wird in der Studie nicht erläutert.

Fazit: Wer Groupon als eine “Wunderwaffe” sieht, wird sicherlich schnell enttäuscht.
Es lohnt sich immer erst nachzudenken, ob sich das Ganze rechnet.
Soll heißen wie sehen meine bisherigen Werbemaßnahmen aus?
Wieviel kostet mich das Anwerben eines neuen Kunden?
Kann ich diesen Kunden auch dauerhaft binden?

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